GdB bei Depression, Diabetes, Krebs und Rückenleiden: Was wird anerkannt?
Wie viel GdB bei Depression, Diabetes, Krebs oder Rücken? Konkrete Bewertungsmaßstäbe der Versorgungsmedizin-Verordnung – und wann der Widerspruch lohnt.
Das Wichtigste in Kürze
- Bei einer schweren, anhaltenden Depression ist ein GdB von 50 bis 70 möglich.
- Insulinpflichtiger Diabetes mit gravierenden Einschnitten in die Lebensführung erreicht oft GdB 50.
- Während der Heilbewährung nach Krebs wird häufig ein GdB von mindestens 50 anerkannt.
- Rückenleiden werden nach Bewegungseinschränkung und Nervenwurzelreizung bewertet (GdB 20–60).
Direkt beantwortet: Wie viel GdB bei diesen Erkrankungen?
Der GdB richtet sich nicht nach der Diagnose, sondern nach den funktionellen Auswirkungen. Die folgenden Werte sind belastbare Orientierungswerte aus der Versorgungsmedizin-Verordnung. Einen Gesamtüberblick gibt die GdB-Tabelle; fiel Ihr Wert zu niedrig aus, hilft der Widerspruch gegen den GdB.
Depression und psychische Erkrankungen
Leichtere Störungen: GdB 0–20. Stärker behindernde Störungen mit wesentlicher Einschränkung der Erlebnis- und Gestaltungsfähigkeit: GdB 30–40. Schwere, anhaltende Depressionen mit erheblichen sozialen Anpassungsschwierigkeiten: GdB 50–70.
Diabetes mellitus
Entscheidend ist der Therapieaufwand. Bei intensivierter Insulintherapie mit mindestens viermal täglicher Messung und selbstständiger Dosisanpassung, die zu gravierenden Einschnitten in die Lebensführung führt, ist ein GdB von 50 vorgesehen.
Krebserkrankungen
Nach Entfernung eines bösartigen Tumors wird für die Dauer der „Heilbewährung" (meist 2–5 Jahre) regelmäßig ein GdB von mindestens 50 anerkannt – je nach Organ und Stadium auch deutlich höher.
Wirbelsäulen- und Rückenleiden
| Ausprägung | GdB |
|---|---|
| Geringe Funktionsstörung (ein Abschnitt) | 10 |
| Mittelgradige Funktionsstörung (ein Abschnitt) | 20 |
| Schwere Funktionsstörung / mehrere Abschnitte | 30 – 40 |
| Besonders schwere Auswirkungen, Nervenwurzelreizung | 50 – 60 |
Wann sich der Widerspruch besonders lohnt
Gerade bei Kombinationen, etwa Diabetes mit Folgeerkrankungen oder einer chronischen Schmerzkrankheit mit begleitender Depression, fällt der Gesamt-GdB im Erstbescheid oft zu niedrig aus, weil Begleiterkrankungen übersehen werden. Hat sich Ihr Zustand seit dem Bescheid weiter verschlechtert, ist statt des Widerspruchs ein Antrag auf Erhöhung des GdB der richtige Weg.
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Häufige Fragen
Wie viel GdB bekommt man bei Depression?
Das hängt von der Schwere ab. Leichtere Störungen liegen bei GdB 0 bis 20, stärker behindernde Störungen mit wesentlicher Einschränkung bei 30 bis 40. Für schwere, anhaltende Depressionen mit erheblichen sozialen Anpassungsschwierigkeiten sieht die Versorgungsmedizin-Verordnung einen GdB von 50 bis 70 vor.
Welcher GdB gilt bei Diabetes?
Entscheidend ist der Therapieaufwand, nicht die Diagnose allein. Bei intensivierter Insulintherapie mit mindestens viermal täglicher Messung und selbstständiger Dosisanpassung, die zu gravierenden Einschnitten in die Lebensführung führt, ist ein GdB von 50 vorgesehen.
Wie hoch ist der GdB bei Krebs?
Nach Entfernung eines bösartigen Tumors wird für die Dauer der Heilbewährung – meist zwei bis fünf Jahre – regelmäßig ein GdB von mindestens 50 anerkannt. Je nach betroffenem Organ und Stadium kann der Wert auch deutlich höher liegen.
Wie viel GdB gibt es bei Rückenleiden?
Rückenleiden werden nach Bewegungseinschränkung und Nervenwurzelreizung bewertet. Eine geringe Funktionsstörung ergibt GdB 10, eine mittelgradige 20, schwere oder mehrere Abschnitte 30 bis 40. Besonders schwere Auswirkungen mit Nervenwurzelreizung erreichen GdB 50 bis 60.
Zählt bei mehreren Erkrankungen der höchste GdB?
Nicht automatisch. Das Versorgungsamt bildet aus allen Beeinträchtigungen einen Gesamt-GdB, der meist über dem höchsten Einzelwert liegt, aber nicht die Summe ist. Gerade bei Kombinationen wie Diabetes mit Folgeerkrankungen oder Schmerzkrankheit mit Depression fällt dieser Gesamtwert oft zu niedrig aus.
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