GdB-Tabelle: Grad der Behinderung nach Erkrankung im Überblick

GdB-Tabelle: Welcher Grad der Behinderung gilt bei welcher Erkrankung? Die Werte der Versorgungsmedizin-Verordnung im Überblick und ab wann Sie als schwerbehindert gelten.

Das Wichtigste in Kürze

Direkt beantwortet: Was ist der GdB und ab wann gilt er als Schwerbehinderung?

Der Grad der Behinderung (GdB) misst auf einer Skala von 20 bis 100 (in Zehnerschritten), wie stark eine Gesundheitsstörung die Teilhabe am Leben beeinträchtigt. Ab einem GdB von 50 gilt man als schwerbehindert. Damit entstehen Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis und zahlreiche Nachteilsausgleiche. Fiel Ihr Grad zu niedrig aus, hilft der Widerspruch gegen den GdB; bei späterer Verschlechterung die Erhöhung des GdB.

Infografik: GdB nach Erkrankung – Diabetes 50, Depression 50–70, Krebs 50–80, Wirbelsäule 20–40, Schwerhörigkeit 50–80; ab GdB 50 schwerbehindert.

Welcher GdB bei welcher Erkrankung gilt

Die folgenden Werte stammen aus der Versorgungsmedizin-Verordnung und dienen als Anhaltspunkte; maßgeblich bleibt immer der individuelle Funktionsverlust, nicht die Diagnose allein.

Erkrankung (Beispiel) typischer GdB-Bereich
Diabetes mellitus (intensivierte Therapie, gravierende Einschnitte)50
Depression (schwer, anhaltend)50 – 70
Krebs (während Heilbewährung)50 – 80
Bandscheiben-/Wirbelsäulenschäden (mittelgradig)20 – 40
Rheuma / entzündliche Gelenkerkrankung20 – 60
Schwerhörigkeit (beidseitig hochgradig)50 – 80

Wie der Gesamt-GdB gebildet wird

Die Einzelwerte mehrerer Erkrankungen werden nicht addiert, auch wenn viele Betroffene das annehmen. Das Versorgungsamt prüft stattdessen, wie sich die Beeinträchtigungen zusammen auswirken, und bildet daraus einen Gesamt-GdB. Eine Schulter mit GdB 20 und ein Knie mit GdB 20 ergeben also nicht zwingend GdB 40.

Welche Vorteile bringt der GdB?

Wenn der GdB zu niedrig festgestellt wurde

Sind Sie mit dem festgestellten GdB nicht einverstanden, bleibt Ihnen ab Zugang ein Monat, um schriftlich Widerspruch einzulegen. Häufig übersieht das Amt einzelne Funktionsstörungen oder seelische Begleiterkrankungen; wie Sie das in der Begründung überzeugend darlegen, entscheidet oft über den Erfolg.

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Häufige Fragen

Ab welchem GdB gilt man als schwerbehindert?

Ab einem GdB von 50 gelten Sie als schwerbehindert und haben Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis. Werte zwischen 20 und 40 bedeuten zwar eine Behinderung, aber noch keine Schwerbehinderung; bei GdB 30 oder 40 ist auf Antrag eine Gleichstellung mit schwerbehinderten Menschen möglich.

Werden mehrere Erkrankungen beim GdB addiert?

Nein, die Einzelwerte werden nicht zusammengezählt. Das Versorgungsamt prüft, wie sich alle Beeinträchtigungen gemeinsam auf die Teilhabe auswirken, und bildet daraus einen Gesamt-GdB. Zwei Leiden mit je GdB 20 ergeben deshalb nicht automatisch einen GdB von 40.

Welche Vorteile bringt ein GdB von 50?

Mit einem GdB von 50 erhalten Sie den Schwerbehindertenausweis, einen Steuerfreibetrag, besonderen Kündigungsschutz, Zusatzurlaub und die Möglichkeit auf früheren Renteneintritt. Welche weiteren Nachteilsausgleiche dazukommen, hängt von eingetragenen Merkzeichen ab.

Was tun, wenn der GdB zu niedrig festgestellt wurde?

Legen Sie innerhalb eines Monats ab Zugang des Bescheids schriftlich Widerspruch beim Versorgungsamt ein. Fordern Sie Akteneinsicht an. Reichen Sie aktuelle Befunde nach. Bei der ersten Bewertung wurden häufig einzelne Funktionsstörungen oder seelische Begleiterkrankungen übersehen.

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