Hilfsmittel von der Krankenkasse abgelehnt: So legen Sie Widerspruch ein

Rollstuhl, Hörgerät, orthopädische Schuhe abgelehnt? Ihr Anspruch auf Hilfsmittel nach § 33 SGB V und wie Sie die Ablehnung erfolgreich anfechten.

Das Wichtigste in Kürze

Direkt beantwortet: Wann muss die Kasse ein Hilfsmittel bezahlen?

Die gesetzliche Krankenkasse muss ein Hilfsmittel nach § 33 SGB V übernehmen, wenn es erforderlich ist, um den Erfolg der Krankenbehandlung zu sichern, einer drohenden Behinderung vorzubeugen oder eine bestehende Behinderung auszugleichen. Wird ein Hilfsmittel abgelehnt, haben Sie einen Monat Zeit, schriftlich Widerspruch einzulegen. Wie bei gestrichenem Krankengeld oder einer abgelehnten Reha entscheidet auch hier die medizinische Begründung.

Infografik: Checkliste Hilfsmittel-Widerspruch – ärztliche Verordnung mit Begründung, Standardmodell-Argument, Kostenvoranschlag, § 33 SGB V.

Typische Ablehnungsgründe bei Hilfsmitteln

So begründen Sie den Widerspruch erfolgreich

Der Schlüssel liegt in der konkreten ärztlichen Begründung. Lassen Sie sich vom verordnenden Arzt schriftlich bestätigen, warum genau dieses Hilfsmittel in Ihrer individuellen Situation erforderlich ist und warum eine günstigere Standardversorgung den Zweck nicht erfüllt. Beim Festbetrags-Einwand gilt: Reicht der Festbetrag medizinisch nicht aus, muss die Kasse die Mehrkosten übernehmen.

Checkliste für den Hilfsmittel-Widerspruch

  • Ärztliche Verordnung mit Diagnose und Begründung
  • Stellungnahme, warum das Standardmodell nicht ausreicht
  • Kostenvoranschlag des Sanitätshauses
  • Verweis auf § 33 SGB V und das Hilfsmittelverzeichnis

Wenn der Medizinische Dienst (MD) ablehnt

Oft stützt sich die Kasse auf ein Gutachten des Medizinischen Dienstes. Dieses Gutachten ist nicht unangreifbar: Es wird häufig allein nach Aktenlage erstellt. Im Widerspruch können Sie konkrete ärztliche Befunde entgegensetzen, die im Gutachten unberücksichtigt blieben.

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Häufige Fragen

Welche Hilfsmittel muss die Krankenkasse bezahlen?

Nach § 33 SGB V solche, die den Erfolg einer Krankenbehandlung sichern, einer drohenden Behinderung vorbeugen oder eine bestehende Behinderung ausgleichen. Dazu zählen etwa Rollstühle, Hörgeräte oder orthopädische Schuhe, sofern sie in Ihrer Situation erforderlich sind.

Was tun, wenn die Kasse nur den Festbetrag zahlen will?

Reicht das günstigere Festbetrags-Modell medizinisch nicht aus, muss die Kasse die Mehrkosten übernehmen. Lassen Sie sich vom verordnenden Arzt schriftlich bestätigen, warum die Standardversorgung Ihren Bedarf nicht deckt, und legen Sie diese Begründung dem Widerspruch bei.

Wie begründe ich den Widerspruch gegen eine Hilfsmittel-Ablehnung?

Der wichtigste Hebel ist eine konkrete ärztliche Verordnung mit Diagnose. Sie sollte erklären, warum genau dieses Hilfsmittel in Ihrer individuellen Situation nötig ist. Ergänzend hilft ein Kostenvoranschlag des Sanitätshauses und der Verweis auf § 33 SGB V.

Kann ich gegen ein Gutachten des Medizinischen Dienstes vorgehen?

Ja. Solche Gutachten entstehen häufig allein nach Aktenlage und sind nicht unangreifbar. Im Widerspruch können Sie konkrete ärztliche Befunde entgegensetzen, die im Gutachten unberücksichtigt geblieben sind.

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